Glos­sar

ÖPNV Be­griffe klar erk­lärt

Von ETCS bis VDV: zen­trale Fach­be­griffe rund um Be­trieb­ss­teuerung, Fahrgastin­for­ma­tion und Daten­stan­dards, kurz ein­ge­ord­net und mit Prax­is­bezug.

An­schlusssicherung

Wenn ein Fahrgast um­steigt, wartet das An­schlussfahrzeug, sofern die Ver­spä­tung in einem definierten Rah­men liegt. Das Sys­tem entschei­det au­toma­tisch auf Ba­sis definiert­er Regeln, ob ein An­schluss gehal­ten oder aufgegeben wird.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform berech­net An­schlusshal­tezeit­en in Echtzeit und kom­mu­niziert die Entschei­dung au­toma­tisch an das wartende Fahrzeug. Dispo­nen­ten be­hal­ten die Kon­trolle, wer­den aber von Rou­ti­neentschei­dun­gen ent­lastet.

Auf­gaben­träger

Die öf­fentliche Stelle, die für Or­gan­i­sa­tion und Fi­nanzierung des ÖPNV in ein­er Re­gion zuständig ist: Land­kreis, Stadt oder Verkehrsver­bund. Auf­gaben­träger bestellen Verkehrsleis­tun­gen, definieren Qual­itäts­stan­dards und überwachen deren Ein­hal­tung.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform bi­etet Auf­gaben­trägern au­toma­tisierte Qual­itätsmes­sung, KPI-Dash­boards und ver­tragskon­forme Berichte. Ak­tuell im Ein­satz bei u. a. RMV, BAV Schweiz und VVS Stuttgart.

Bar­ri­ere­frei­heit im ÖPNV

Alle Men­schen kön­nen den öf­fentlichen Verkehr selb­st­ständig nutzen, un­ab­hängig von kör­per­lichen, sen­sorischen oder kog­ni­tiv­en Ein­schränkun­gen. Das Per­so­n­en­be­förderungs­ge­setz ver­langt bis 2026 voll­ständi­ge Bar­ri­ere­frei­heit, auch in der dig­i­tal­en Fahrgastin­for­ma­tion.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform un­ter­stützt dig­i­tale Bar­ri­ere­frei­heit mit kon­trastre­ichen Anzeigen, akustis­chen Ansagen, WCAG-kon­for­men In­hal­ten und In­for­ma­tio­nen über bar­ri­ere­freie Ein­stiegsmöglichkeit­en, alles aus einem Sys­tem ges­teuert.

Bonus-Malus-Regelung

Ein Ver­tragsmod­ell zwis­chen Auf­gaben­träger und Verkehrsun­ternehmen: Wird eine vere­in­barte Qual­ität übertrof­fen, gibt es einen Bonus. Wird sie un­ter­schrit­ten, fol­gt ein Malus. Das Mod­ell funk­tion­iert nur, wenn die zu­grunde liegen­den Dat­en zu­ver­läs­sig und nachvol­lziehbar sind.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform berech­net Bonus-Malus-Werte au­toma­tisch auf Ba­sis va­li­diert­er Echtzeit­dat­en. Auf­gaben­träger und Verkehrsun­ternehmen greifen auf dieselbe Daten­ba­sis zu, was Diskus­sio­nen über Daten­qual­ität eli­m­iniert.

Com­mon In­ter­face (CI)

Eine stan­dar­d­isierte Schnittstelle für den Date­naus­tausch zwis­chen EVUs und In­fra­struk­turbe­treibern im eu­ropäis­chen Schienen­verkehr, im Rah­men der TAP TSI. Über das CI fließen Echtzeit­po­si­tion, Prog­nosen und Trassendat­en. Die Al­ter­na­tive wären in­di­vidu­elle Verbindun­gen zu je­dem In­fra­struk­turbe­treiber in je­dem Land.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform stellt das Com­mon In­ter­face bere­it und übern­immt die TAP-TSI-kon­forme Datenüber­mit­tlung, so­dass EVUs mit ein­er einzi­gen In­te­gra­tion eu­ropaweit an­bindungs­fähig sind.

DAISY (Dy­namis­ches Auskun­fts- und In­for­ma­tion­ssys­tem)

Der Be­griff für die dy­namis­chen Fahrgas­tanzeiger an Hal­testellen und Bahn­höfen im Berlin­er ÖPNV, die or­ange­far­be­nen LED-Tafeln mit Echtzeit-Ab­fahrten. Die Tech­nik ex­istiert seit über 30 Jahren und muss in mod­erne Sys­tem­land­schaften in­te­gri­ert wer­den.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform ist of­fen genug, auch äl­tere Hard­ware wie DAISY-Anzeiger naht­los anzus­teuern und mit ak­tuellen Echtzeit­dat­en zu ver­sor­gen, ohne teure Neuan­schaf­fun­gen.

Da­ten­drehscheibe

Eine zen­trale Plat­tform, die Dat­en aus ver­schiede­nen Quellen empfängt, zusam­men­führt und an alle angeschlosse­nen Sys­teme weit­er­verteilt. Ohne sie muss jedes Sys­tem einzeln ver­bun­den wer­den, was ex­po­nen­tiell wach­senden Aufwand be­deutet.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform fungiert selb­st als Da­ten­drehscheibe und bindet gle­ichzeit­ig ex­terne Da­ten­drehscheiben auf Lan­des- und Ver­bun­debene an. Echtzeit­dat­en fließen stan­dar­d­isiert an Auskun­ftssys­teme, Anzeiger und Apps.

DFI (Dy­namis­che Fahrgastin­for­ma­tion)

Elek­tro­n­is­che Anzeiger an Hal­testellen und Bahn­höfen, die in Echtzeit anzeigen, wann das näch­ste Fahrzeug kommt. Im Gegen­satz zur sta­tis­chen Aushang­fahrplantafel ak­tu­al­isieren sie sich laufend und kön­nen zusät­zlich Störungsmeldun­gen, Um­steigeempfehlun­gen und Aus­las­tungsin­for­ma­tio­nen anzeigen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform steuert DFI-Anzeiger über stan­dar­d­isierte Schnittstellen an und ver­sorgt sie mit Echtzeit­prog­nosen, Störungsmeldun­gen und An­schlussin­for­ma­tio­nen aus ein­er zen­tralen Daten­quelle.

Dis­po­si­tion

Die op­er­a­tive Steuerung des Be­triebs in Echtzeit. Dispo­nen­ten in der Leit­stelle reagieren auf Störun­gen, pla­nen Um­leitun­gen, set­zen Er­satz­fahrzeuge ein und ko­or­dinieren den Be­trieb, damit aus kleinen Ab­we­ichun­gen keine großen Prob­leme wer­den.

In der ETC-Plat­tform: Der Dis­po­si­tion­sar­beit­splatz der ETC-Plat­tform gibt Dispo­nen­ten Echtzeitüber­sicht­en, au­toma­tisierte Hand­lungsvorschläge und dig­i­tale Werkzeuge für schnellere Reak­tion­szeit­en bei weniger manuellem Ein­griff.

Echtzeit­dat­en

In­for­ma­tio­nen, die na­hezu ohne Verzögerung er­fasst, über­tra­gen und dargestellt wer­den: ak­tuelle Fahrzeug­po­si­tion, Ver­spä­tung, Aus­las­tung. Echtzeit­dat­en entste­hen aus GPS, In­fra­struk­tur-Sen­soren und Bor­drech­n­ern und sind die Grund­lage für Fahrgastin­for­ma­tion, An­schlusssicherung und Be­trieb­ss­teuerung.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform sam­melt Echtzeit­dat­en aus allen ange­bun­de­nen Fahrzeu­gen, plau­si­bil­isiert sie au­toma­tisch und verteilt sie an Leit­stelle, Fahrgastin­for­ma­tion und Berichtswe­sen gle­ichzeit­ig.

EIU (Eisen­bah­n­in­fra­struk­tu­run­ternehmen)

Der Be­treiber der Schienen-In­fra­struk­tur: Gleise, We­ichen, Sig­nale, Bahn­höfe. In Deutsch­land vor allem DB In­fra­GO. EIUs pla­nen Trassen, ko­or­dinieren den Zugverkehr und brauchen dafür präzise Dat­en über Zugzusam­menset­zun­gen, Ver­spä­tun­gen und Streck­e­naus­las­tung.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform liefert alle rel­e­van­ten Dat­en an EIUs über stan­dar­d­isierte Schnittstellen: Echtzeit­po­si­tio­nen, PTCM, Prog­nosen und UIC-Telegramme. Verkehrsun­ternehmen er­füllen damit ihre Meldepflicht­en au­toma­tisiert.

ELA (Elek­troakustis­che An­lage)

Laut­sprech­er- und Ansage-Sys­teme an Bahn­höfen und in Fahrzeu­gen. Über ELA wer­den Hal­testellen-Ansagen, Störungsmeldun­gen und Sicher­heit­shin­weise akustisch aus­ge­spielt. Ein zen­traler Baustein der Bar­ri­ere­frei­heit, der auch Men­schen mit Se­hbe­hin­derun­gen oder abge­lenk­te Fahrgäste er­re­icht.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform kop­pelt ELA-Sys­teme di­rekt an die Leit­stelle. Störungsmeldun­gen wer­den au­toma­tisch als Ansage auf den be­trof­fe­nen Bahn­höfen und in Fahrzeu­gen aus­ge­spielt.

Ereignis­man­age­ment (Störungs­man­age­ment)

Alle Prozesse und Werkzeuge, mit de­nen Verkehrsun­ternehmen auf unge­plante Be­trieb­sereignisse reagieren: We­ichen­störung, Fahrzeu­gaus­fall, Großereig­nis. Jede Minute zählt, denn Fahrgäste müssen in­formiert, Fahrzeuge umgeleit­et und Al­ter­na­tiv­en kom­mu­niziert wer­den.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform er­möglicht es, mit einem einzi­gen Klick Störungsmeldun­gen auf alle Kanäle gle­ichzeit­ig auszus­pie­len: Anzeiger, Ansage, App, So­cial Me­dia. Was früher 30 Minuten dauerte, funk­tion­iert in Sekun­den.

ETCS (Eu­ro­pean Train Con­trol Sys­tem)

Das eu­ropäis­che Zug­bee­in­flus­sungssys­tem und Kern­stück von ERTMS. ETCS er­set­zt die über 20 na­tionalen Zugsicherungssys­teme in Eu­ropa durch einen einzi­gen Stan­dard. Es überwacht kon­tinuier­lich Geschwindigkeit und Po­si­tion eines Zuges und greift bei Be­darf au­toma­tisch ein. In Deutsch­land wird ETCS im Rah­men der „Dig­i­tal­en Schiene Deutsch­land" großflächig aus­gerollt.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform ist nicht Teil des ETCS-Sicherungssys­tems, aber ein zen­traler Baustein im Ökosys­tem ETCS-fähiger Fahrzeuge. Bei ETCS-Um­rüs­tun­gen oder Er­satzflot­ten übern­immt sie die be­triebliche In­te­gra­tion: Fahrgastin­for­ma­tion, Echtzeit­dat­en und Leit­stel­lenan­bindung funk­tion­ieren vom er­sten Tag an – un­ab­hängig davon, ob das Fahrzeug auf ETCS- oder kon­ven­tionellen Streck­en un­ter­wegs ist.

EVU (Eisen­bah­n­verkehrsun­ternehmen)

Ein Un­ternehmen, das Eisen­bah­n­verkehrsleis­tun­gen er­bringt und Züge auf dem Netz eines In­fra­struk­turbe­treibers fahren lässt. In Deutsch­land gibt es neben der Deutschen Bahn über 100 pri­vate EVUs, die einen Großteil des Re­gion­alverkehrs be­di­enen.

In der ETC-Plat­tform: 98 % der deutschen pri­vat­en Eisen­bah­n­verkehrsun­ternehmen nutzen die ETC-Plat­tform. Ger­ade für kleinere EVUs ist die stan­dar­d­isierte Lö­sung entschei­dend: PTCM-Über­mit­tlung, Echtzeit­daten­liefer­ung und Qual­itäts-Re­port­ing laufen schlank und au­toma­tisiert.

Fahrgastin­for­ma­tion (FIS)

Alle Wege, auf de­nen Reisende über den ÖPNV in­formiert wer­den: dy­namis­che Anzeigen am Bahn­steig, Durch­sagen im Fahrzeug, App-Be­nachrich­ti­gun­gen, So­cial Me­dia und Web­seit­en. FGI ist geset­zlich geregelt und ein entschei­den­der Fak­tor für Fahrgastver­trauen.

In der ETC-Plat­tform: Die Fahrgast-Ebene der ETC-Plat­tform be­spielt alle FGI-Kanäle aus ein­er einzi­gen Quelle: On­board-TFT, Sta­tion­sanzeiger, DB RIS, http://bahn.de , Google Maps und So­cial Me­dia. Ein Klick in der Leit­stelle, und die In­for­ma­tion ist über­all.

Fahrzeugher­steller

Un­ternehmen, die Fahrzeuge für den ÖPNV en­twick­eln und bauen z. B. Triebzüge, Loko­mo­tiv­en, Busse oder Straßen­bah­nen, inklu­sive der ver­baut­en On­board­‑Sys­teme (In­fo­tain­ment, Di­ag­nose, Steuertech­nik). Sie müssen Fahrzeuge so aus­rüsten, dass sie sich naht­los in die Leit­stellen- und IT‑Sys­teme der be­treiben­den Verkehrsun­ternehmen in­te­gri­eren lassen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform stellt eine stan­dar­d­isierte Mid­dle­ware zwis­chen Fahrzeug und Leit­stelle bere­it. Fahrzeugher­steller binden ihre On­board­‑Sys­teme ein­mal an die Plat­tform an und kön­nen damit mehrere Be­treiber be­di­enen – inklu­sive Fahrgastin­for­ma­tion, Di­ag­nose­dat­en und stan­dar­d­isierten Schnittstellen.

For­ma­tions­dat­en

Beschreiben den Auf­bau eines Zuges: Wa­gen, Trieb­fahrzeuge, Rei­hen­folge, Po­si­tion der 1. Klasse, Speisewa­gen, bar­ri­ere­freier Ein­stieg. Grund­lage für präzise Wa­gen­stan­danzeiger. Mit VDV 454 Ver­sion 3.1 und PTCM er­st­mals stan­dar­d­isiert und in Echtzeit aus­tauschbar.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform ver­wal­tet For­ma­tions­dat­en zen­tral und über­mit­telt sie über VDV 454 und PTCM an In­fra­struk­turbe­treiber und Auskun­ftssys­teme. Fahrgäste er­hal­ten so ko­r­rek­te Wa­gen­stand­in­for­ma­tio­nen in Echtzeit.

In­ter­op­er­abil­ität

Die Fähigkeit ver­schieden­er Sys­teme, Plat­tfor­men und Tech­nolo­gien, naht­los miteinan­der zu ar­beit­en, auch wenn sie von un­ter­schiedlichen Her­stellern stam­men oder in ver­schiede­nen Län­dern be­trieben wer­den. Im ÖPNV die Vo­raus­set­zung dafür, dass Dat­en zwis­chen Verkehrsun­ternehmen, Auf­gaben­trägern und In­fra­struk­turbe­treibern fließen kön­nen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform ist auf In­ter­op­er­abil­ität aus­gelegt: of­fene Stan­dards (VDV, railM­L®, GTFS, SIRI, UIC), stan­dar­d­isierte APIs und eine In­te­gra­tionss­chicht, die Be­standssys­teme eben­so an­bindet wie neue Tech­nolo­gien.

ITCS (In­ter­modal Trans­port Con­trol Sys­tem)

Ein rech­n­ergestütztes Be­trieb­sleit­sys­tem und das dig­i­tale Herzstück jed­er Leit­stelle. Es überwacht in Echtzeit, wo sich Busse, Bah­nen oder Fähren befind­en und ob sie fahrplan­gerecht un­ter­wegs sind.

In der ETC-Plat­tform: Die Be­trieb­sebene der ETC-Plat­tform bildet ein voll­ständi­ges ITCS ab: Leit­stel­lenar­beit­splatz, Echtzeit-Verkehrsüber­sicht, Dis­po­si­tion­swerkzeuge und au­toma­tis­che Prog­nosen in einem Sys­tem.

Kom­mu­naler Verkehrs­be­trieb

Ein Verkehrsun­ternehmen in kom­mu­naler oder kom­mu­nalmehrheitlich­er Träger­schaft, das Bus-, Tram- oder U‑Bah­n‑Verkehre in ein­er Stadt oder Re­gion be­treibt. Kom­mu­nale Be­triebe ve­r­ant­worten den täglichen Be­trieb, Fahrgastin­for­ma­tion, In­fra­struk­tur vor Ort und ste­hen im di­rek­ten Aus­tausch mit Bürg­er:in­nen und Poli­tik.

In der ETC-Plat­tform: Kom­mu­nale Verkehrs­be­triebe nutzen die ETC-Plat­tform als zen­tralen Daten­hub für ihre mul­ti­modalen Net­ze: Leit­stelle, Fahrzeuge, Fahrgastin­for­ma­tion, Hal­testel­len­man­age­ment und Re­port­ing greifen auf eine gemein­same Daten­ba­sis zu. So lassen sich Be­trieb, In­for­ma­tion und Qual­ität trans­par­enter steuern und gegenüber Auf­gaben­trägern nach­weisen.

Over-the-Air-Up­date (OTA)

Soft­ware oder Dat­en wer­den ka­bel­los über Mo­bil­funk oder WLAN di­rekt auf Geräte im Fahrzeug aufge­spielt. Kein Tech­niker vor Ort, kein Werk­stat­taufen­thalt. Ide­al für kurzfristige Än­derun­gen wie Hal­testel­lenum­be­nen­nun­gen, Lin­ien­we­gan­pas­sun­gen oder Störungsmeldun­gen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform verteilt Fahrp­lan­dat­en, Ansage­dateien und Streck­en­topolo­gien per OTA an die gesamte Flotte. Än­derun­gen wer­den ein­mal zen­tral eingegeben und au­toma­tisch auf alle Bor­drech­n­er, Anzeiger und Ansage-Sys­teme über­tra­gen.

Perlschnur­darstel­lung

Eine grafis­che Darstel­lung der Hal­testellen ein­er Lin­ie als Kette von Punk­ten. Sie zeigt dem Fahrgast auf einen Blick, wo er sich befind­et und welche Hal­testellen noch kom­men. Die Perlschnur ist der Stan­dard der On­board-Fahrgastin­for­ma­tion, bekan­nt aus ICE und U-Bahn.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform erzeugt die Perlschnur­darstel­lung für On­board-TFT-Anzeigen au­toma­tisch aus den Fahrplan- und Streck­endat­en, VDV 713-kon­form und in­di­vidu­ell an­pass­bar je Be­treiber.

Prog­nose­berech­nung

Die Vo­raus­berech­nung, wann ein Fahrzeug tat­säch­lich an ein­er Hal­testelle ankommt, basierend auf ak­tueller Po­si­tion, Geschwindigkeit, bekan­nten Hal­tezeit­en und Verkehrslage. Fortschrit­tliche Sys­teme ler­nen aus his­torischen Dat­en und berück­sichti­gen Wochen­t­age, Wet­ter und Großver­anstal­tun­gen.

In der ETC-Plat­tform: Die Prog­nose­berech­nung der ETC-Plat­tform nutzt Big-Data-An­sätze und KI-Al­go­rith­men, um Ankun­ft­szeit­en mit wach­sender Genauigkeit vorherzusagen. Die Ergeb­nisse fließen di­rekt in die Fahrgastin­for­ma­tion und die Dis­po­si­tion­sentschei­dun­gen.

PTCM (Pas­sen­ger Train Com­po­si­tion Mes­sage)

Eine stan­dar­d­isierte Mel­dung über die Zugzusam­menset­zung: Wa­gen, Trieb­fahrzeuge, Po­si­tion der 1. Klasse, Fahrrad­bere­ich, bar­ri­ere­freier Ein­stieg. Seit Dezem­ber 2025 ist die PTCM-Über­mit­tlung an DB In­fra­GO für alle EVUs verpflich­t­end.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform gener­iert und über­mit­telt PTCM-Dat­en au­toma­tisch aus den vorhan­de­nen Fahrzeug- und Um­lauf­dat­en. Verkehrsun­ternehmen er­füllen damit die geset­zliche Pflicht ohne zusät­zlichen manuellen Aufwand.

QMS (Qual­itäts­man­age­mentsys­tem)

Ein sys­tem­a­tis­ch­er Ansatz, um die Qual­ität von Verkehrsleis­tun­gen zu messen, zu be­w­erten und zu verbessern: Pünk­tlichkeit, Aus­fal­lquote, Kun­den­zufrieden­heit. Auf­gaben­träger ver­lan­gen QMS-Dat­en für Bonus-Malus-Regelun­gen in Verkehrsverträ­gen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform er­set­zt manuelle Ex­cel-Re­ports durch au­toma­tisierte, stan­dar­d­isierte Qual­itäts­berichte. Die Dat­en wer­den di­rekt aus dem Be­trieb er­fasst und liefern eine gemein­same, an­erkan­nte Grund­lage für Auf­gaben­träger und Verkehrsun­ternehmen.

Sin­gle Point of Truth

Alle In­for­ma­tio­nen stam­men aus ein­er einzi­gen, zen­tralen Quelle. Keine wider­sprüch­lichen Dat­en, keine par­al­le­len Ex­cel-Lis­ten. Im ÖPNV beson­ders wichtig, weil viele Ak­teure mit densel­ben Dat­en ar­beit­en: Leit­stelle, Werk­statt, Fahrgastin­for­ma­tion, Man­age­ment.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform ist als zen­trale Da­ten­drehscheibe konzip­iert. Fahrp­lan­dat­en, Echtzeit­dat­en und Be­trieb­sin­for­ma­tio­nen wer­den ein­mal er­fasst und ste­hen so­fort allen angeschlosse­nen Sys­te­men und Nutzern zur Ver­fü­gung.

Soll-Ist-Ver­gle­ich

Der Ver­gle­ich zwis­chen ge­plantem Fahrplan (Soll) und tat­säch­lichem Be­trieb­s­geschehen (Ist). Wo we­icht der Be­trieb ab? Welche Lin­ien sind pünk­tlich? Grund­lage für Qual­itäts­berichte, Bonus-Malus-Regelun­gen und fundierte Man­age­mententschei­dun­gen.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform vi­su­al­isiert Soll-Ist-Ab­we­ichun­gen live auf Karten und Bild­fahrplä­nen. Im Nach­gang wer­den die Dat­en au­toma­tisch für ver­tragskon­forme Berichte auf­bere­it­et, ohne manuelles Zusam­men­stellen in Ex­cel.

TAP TSI (Telem­at­ic Ap­pli­ca­tions for Pas­sen­ger Ser­vices)

Ein EU-Regel­w­erk, das den dig­i­tal­en Date­naus­tausch im eu­ropäis­chen Schienen­verkehr stan­dar­d­isiert. Züge fahren über Län­der­gren­zen, und TAP TSI stellt sich­er, dass Fahrpläne, Echtzeit­dat­en und Zugzusam­menset­zun­gen eu­ropaweit aus­tauschbar sind.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform un­ter­stützt TAP TSI-kon­forme Schnittstellen und er­möglicht EVUs die regelkon­forme Datenüber­mit­tlung an eu­ropäis­che In­fra­struk­turbe­treiber, ohne spätere Nachrüs­tun­gen.

Um­lauf­pla­nung

Bes­timmt, welch­es Fahrzeug welche Fahrten an einem Tag durch­führt. Ein Um­lauf beschreibt den gesamten Tagesablauf eines Fahrzeugs, von der Aus­fahrt aus dem De­pot über alle Fahrten bis zur Rück­kehr. Ef­fiziente Um­lauf­pla­nung spart Kosten durch weniger Leer­fahrten und bessere Fahrzeu­gaus­las­tung.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform im­portiert Um­lauf­dat­en aus gängi­gen Pla­nungssys­te­men und nutzt sie als Grund­lage für die Echtzeit-Dis­po­si­tion, Fahrzeugzuord­nung und En­ergie­ver­brauch­sprog­nose.

Verkehrsun­ternehmen

Das Un­ternehmen, das den ÖPNV tat­säch­lich be­treibt: Busse, Bah­nen, Straßen­bah­nen oder Fähren. PTOs hal­ten den Be­trieb am Laufen, müssen Qual­ität­san­forderun­gen der Auf­gaben­träger er­füllen und gle­ichzeit­ig wirtschaftlich ar­beit­en.

In der ETC-Plat­tform: Über 120 Verkehrsun­ternehmen in 7 Län­dern nutzen die ETC-Plat­tform für Be­trieb­ss­teuerung, Fahrgastin­for­ma­tion und au­toma­tisiertes Re­port­ing an ihre Auf­gaben­träger.

VDV 453 / VDV 454

Schnittstel­len­stan­dards des Ver­bands Deutsch­er Verkehrsun­ternehmen. Sie regeln, wie Be­trieb­s­dat­en und Fahrgastin­for­ma­tio­nen zwis­chen Sys­te­men aus­ge­tauscht wer­den, etwa zwis­chen Leit­sys­tem und Auskun­ft­splat­tform. Die ak­tuelle Ver­sion 3.1 er­möglicht er­st­mals auch die Über­tra­gung von For­ma­tions­dat­en.

In der ETC-Plat­tform: Die ETC-Plat­tform un­ter­stützt VDV 453 und 454 na­tiv. Über diese Schnittstellen liefert sie Echtzeit­dat­en an Auskun­ftssys­teme, Auf­gaben­träger und Da­ten­drehscheiben, ohne zusät­zlichen Kon­fig­u­ra­tionsaufwand.

VDV 713

Ein Stan­dard für die vi­suelle Fahrgastin­for­ma­tion in Fahrzeu­gen. Er definiert, wie In­halte auf Mon­i­toren dargestellt wer­den: Perlschnur, Lin­ien­sym­bole, Um­steige­hin­weise. Ein­heitlichkeit über alle Verkehrsmit­tel hin­weg, damit sich Fahrgäste so­fort zurechtfind­en.

In der ETC-Plat­tform: Die On­board-In­fo­tain­ment-Sys­teme der ETC-Plat­tform set­zen VDV 713 voll­ständig um und sind gle­ichzeit­ig of­fen genug, um in­di­vidu­elle Gestal­tungswün­sche der Be­treiber abzu­bilden.

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